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Die Geschichte des Postbahnhof

1842 wurde der heutige Ostbahnhof unter dem Namen „Frankfurter Bahnhof“ in Betrieb genommen. Als Sackbahnhof errichtet, wurde er Ende des 19. Jahrhunderts zum Durchgangsbahnhof umgebaut und in „Schlesischer Bahnhof“ umbenannt. Zu DDR-Zeiten avancierte er zum Hauptbahnhof Ost-Berlins und ist immer noch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Stadt.

Als die großen Mengen ein- und abgehender Post nicht mehr mit dem sich dort befindlichen, kleinen Postamt bewältigt werden konnten, errichtete man 1907/08 ein separates Bahnpostamt, bestehend aus einem Postdienstgebäude und dem eigentlichen Postbahnhof. Ausführender Architekt war der Postbaurat Wilhelm Tuckermann (1840-1919), der auch für die Planung und den Bau des ehemaligen Postfuhramts & Haupttelegraphenamtes in der Oranienburger Straße federführend war.

Sehr rasch wurde das Bahnpostamt am Ostbahnhof zu einem der bedeutendsten Postämter des deutschen Reiches. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor das Postamt seinen Glanz, es war vom Krieg stark zerstört und wurde nur zweckmäßig wiedererrichtet.

Der größtenteils unversehrte Postbahnhof jedoch wurde zu Zeiten der innerdeutschen Teilung weiterhin genutzt. Erst mit der Verlagerung des Briefverkehrs von der Schiene in die Luft und auf die Straße wurde es still auf dem Postbahnhof-Areal.

Aufgrund seiner Nähe zum einstigen Grenzstreifen und dem einhergehenden Interesse der Stadt Berlin an der Gestaltung dieses geschichtsträchtigen Bereiches an der Grenze von Friedrichshain zu Kreuzberg, entging der Postbahnhof glücklicherweise dem Siechtum und Verfall. Ambitionierte Planungen haben zum Ziel, eine Wechselwirkung zwischen Stadt und Bahnhof herbeizuführen.

Welche Lösung sich auch immer durchsetzt – der denkmalgeschützte Postbahnhof wird das Aushängeschild des Areals um den Ostbahnhof bilden!

Postbahnhof aktuell

Der 3000 qm große, monumentale Postbahnhof beeindruckt durch seine klaren Linien und seine schlichte, dunkel geklinkerte Fassade im Stil der märkischen Backsteingotik.

Nicht weniger charmant ist das Innenleben – die beiden riesigen, ehemaligen Postverladehallen, aus denen der Postbahnhof, abgesehen von unwesentlichen Nebenräumen, besteht.

Die im Erdgeschoss befindliche Einpackkammer, in der früher Briefe und Pakete sortiert und versandfertig gemacht wurden, besticht durch eine massive Stahlkonstruktion und die Ebenerdigkeit zur Straße – ein entscheidender Vorteil bei Projektplanungen hinsichtlich Anlieferungsmöglichkeiten.

Durch ihre Oberlichter und großen Fenster ist die knapp 1800 qm große Gleishalle im Obergeschoß noch reizvoller. In lauen Sommernächten empfiehlt sich die Nutzung der an die Gleishalle grenzenden Terrasse, von der (noch) der freie Blick auf die O2 World, Oberbaumbrücke und die East Side Gallery genossen werden kann.